„Anika Geldners Bilder markieren die Einbruchstelle des Realistischen in die Sphären des nicht offen Abgebildeten. Sie sind Grenzmarkierungen für die Phantasie des Betrachters, geben den fassbaren Konzepten unserer Wirklichkeit einen nicht gegenständlichen Gegenpol. Sie sind keine Poesie, auch wenn sie zuweilen poetisch wirken, sind keine Abstraktion – denn wir selbst abstrahieren Vorstellungen und antizipieren Wirklichkeiten. Sie sind vielmehr symbolische Aufladung, die sich in den Bildentwürfen und im Betrachter vollzieht. Sie sind ein Tor zur inneren Welt, wir sehen nicht was Geldner gemalt hat, sondern was das Bild in uns tut. Sie sind Grenzmarken der Zivilisation, des Gemachten, des Bewussten – die Grenzlinie des Vorstellbaren.

Die Natur des Bewusstseins bleibt immer ein Rätsel. Auch in Geldners Bildern.“

Frank Bangert